Lässt sich Roofinox Edelstahl löten?

Roofinox Edelstahl lässt sich dank seiner spezifischen Oberflächen perfekt löten. Grundsätzlich müssen die zu verbindenden Oberflächen metallisch blank, sauber und fettfrei sein. Verunreinigungen erschweren das Löten und müssen vor Beginn der Arbeiten entfernt werden. Für eine ausgezeichnete Lötqualität müssen nachfolgende Punkte berücksichtigt werden.

 

Für Roofinox eignen sich Flussmittel die auf Phosphorsäurebasis aufgebaut sind. Nicht geeignet sind Flussmittel auf Chloridbasis oder mit Salzsäure. Die Industrie bietet eine Auswahl an geeigneten Flussmitteln für Edelstahl an. Beste Ergebnisse werden dabei mit Roofinox FLM erzielt.

 

Roofinox FLM stellt eine ausreichende Beseitigung der dünnen Passivschicht sicher und verhindert ihre erneute Bildung während des Lötvorganges. Es sorgt für optimale Benetzung und Reinhaltung der Lötzone. Werden besondere Ansprüche an die Lötverbindung gestellt, ist mit uns Kontakt aufzunehmen. Empfehlenswert ist es in jedem Fall, vor Arbeitsbeginn Lötversuche durchzuführen, um sicherzustellen, dass das gewünschte Ergebnis erzielt wird. Flussmittelreste müssen nach dem Löten unbedingt entfernt werden. Es empfiehlt sich, den Bereich der Lötnaht mit sauberem Wasser zu reinigen.



 

Weichlot

Als Lot kommen bei Roofinox Zinn/Blei-Legierungen mit einem Zinnanteil von 30 % bis 50% (z.B. S-Pb 70 Sn 30) zum Einsatz. Das Lötzinn darf aber nicht mehr als 0,5% Antimon enthalten. Mit diesen Loten werden in Verbindung mit dem vorgenannten Roofinox FLM optimale Spaltfüllung, gute Benetzung und hohe Festigkeiten erreicht. Der Schmelzbereich dieses Lotes ist gut geeignet, um bei der erforderlichen Arbeitstemperatur des Weichlötens von ca. 250 °C ein gutes Fließverhalten sicherzustellen.

Lötkolben

Lötkolben (Hammerkolben) mit einem Gewicht von mindestens 350 g bieten eine ausreichende Wärmespeicherung, ein Kolbengewicht von 500 g ist jedoch für Roofinox besser geeignet. Wichtig ist die breite Auflagefläche des Hammerkolbens (min. 5 mm) für schnellen und gleichmäßigen Wärmeübergang auf der Lötstelle. Durch entsprechende Lötkolbenpflege ist diese Eigenschaft sicherzustellen.

Löhtnaht

Laut Fachregeln sind Lötnähte mit 10 -15 mm Überdeckung durchgelötet auszuführen. Eine größere Überdeckung als die empfohlenen 10 -15 mm ist nicht ratsam, da sich diese nicht mehr sauber durchlöten lässt und Flussmittelrückstände in der Überdeckung verbleiben. Diese werden später mit Hilfe von Feuchtigkeit austreten und zu Verfärbungen oder Schlierenbildung auf der Oberfläche führen.

Lötspalt

Die optimale Lötspaltbreite beträgt ca. 0,3 mm. Hierbei wird durch den kapillaren Fülldruck eine maximale Spaltfüllung erreicht. Der Lötspalt darf sich in Flußrichtung nicht vergrößern. Er muss konstant sein oder sich leicht verengen.



 

Nieten

Verbindungen bei Dachrinnen, Einlegerinnen usw. sind stärkeren mechanischen Belastungen ausgesetzt, daher ist eine mechanische Verbindung (Nieten) notwendig. Das Lot hat in diesem Fall überwiegend Dichtfunktion. Als Nieten empfehlen wir CrNi – Nieten (Schaft und Dorn aus CrNi Edelstahl). Auf dem Markt sind auch verzinnte Edelstahlnieten erhältlich, die das Überlöten wesentlich erleichtern.

 

Arbeitshinweise

Es empfiehlt sich folgende Arbeitsabfolge:
  1. Nahtbereich mit Roofinox FLM benetzen
  2. Heften / Nieten
  3. Löten
  4. Reinigen der Lötnaht mit Wasser

 

Die Verwendung einer Rinnenspannzange ist für das Verbinden von Halbrund-Rinnen zu empfehlen. Da Roofinox eine geringe Wärmeleitfähigkeit besitzt, ist eine niedrige Löttemperatur und gegebenenfalls Abschnittsweises Arbeiten nötig, um die Lötstelle nicht zu überhitzen beziehungsweise das Erstarren des Lötzinns nicht zu verzögern. Weitere Hinweise finden Sie in unserem Merkblatt zum Weichlöten.